Lilian irrt in Sanddünen umher, entkräftet bricht sie zusammen. Der nackte Körper der ohnmächtigen jungen Frau wird kurze Zeit später von einem Mann gefunden. Er nimmt sie mit, bringt sie jedoch nicht in ein Spital oder zur Polizei...
LILIAN gehört zu den schlechtesten Filmen von Jesus Franco, die ich kenne.
Im Gegensatz zum Film ist aber immerhin die Entstehungsgeschichte interessant.
Mit den Dreharbeiten zu LILIAN begann man 1983. In diesem Jahr wurde in Spanien ein für die Filmindustrie wichtiges Gesetz angepasst; Hardcore-Sex in Filmen war von jetzt an nicht mehr verboten.
Angeblich drehte Jess Franco bereits am nächsten Tag einige zusätzliche explizite Sexszenen für LILIAN. Damit wurde dieses Filmchen zum ersten legalen/offiziellen spanischen "Hardcore-Spielfilm".
Katja Bienert war während den Dreharbeiten noch immer nicht volljährig. Nicht so wie in LOLITA AM SCHEIDEWEG und DIE NACKTEN SUPERHEXEN VOM RIO AMORE, ist dies in LILIAN aber kaum noch problematisch.
Bienert drehte – im Gegensatz zu Lina Romay natürlich – keine der HC-Szenen selber. Meistens liegt sie nackt auf einem Bett, dann sind plötzlich langweilige Nahaufnahmen eines sexuellen Akts zu sehen...
Einige wenige Filmpassagen wurden aber tatsächlich ziemlich schön gefilmt! Manche Kamerafahrten und verwackelte Nahaufnahmen sind dann aber leider wieder typisch für einen solchen Film von Franco...
Glücklicherweise hat dieses Machwerk eine relativ kurze Laufzeit.
Die einzigen Sequenzen, die zumindest manche Leute sehenswert finden dürften, sind die ersten Filmminuten (Katja Bienert im Sand) und eine recht sleazige "S/M-Passage" gegen Filmende.
2,5 Punkte