Nachdem wir von einer prallen, nackten Blondine, die im Film den antiken Chor darstellen soll, begrüßt wurden, dürfen wir gleich richtig in das Geschehen eintauchen, indem wir dem Altnazi Adolf Schwartz für einige Minuten aus unübersichtlichen Perspektiven bei diversen Sado-Maso-Spielen zuschauen dürfen. Und dann sehen wir, wie ihm beim anschließenden Entspannen in der Badewanne ein Piranha ins Wasser geworfen wird. Irgendwie dreht sich der Film dann um die Aufklärung dieses Mordes, und irgendwie auch nicht.
Denn als nächstes betritt die vollbusige Margo Winchester die Bildfläche und sorgt für Aufsehen in dem kleinen Örtchen. Im Klartext: Es wird im Sekundentakt gepimpert, gevögelt und gelegentlich auch noch gebumst, und zwar so ziemlich jede mit jedem. Dass am Anfang des Films ein ermordetes Hitlerimitat stand, würde man hierbei glatt vergessen, wenn nicht zwischendurch immer mal wieder der nackte Chor auftauchen würde, um uns zwischen all den riesigen hüpfenden Brüsten netterweise noch mal alle Hauptfiguren aufzuzählen, die als Mörder in Frage kommen könnten.
Erst am Ende, nachdem Meyer die Gewaltschraube noch mal ordentlich angezogen hat, erfahren wir, dass Margo Winchester eine verdeckte Ermittlerin ist, und dass all ihre Bettgymnastik
natürlich auch Teil ihrer Ermittlungen war. Und die Auflösung ist dann auch noch entsprechend überzogen und könnte kaum dämlicher ausfallen.
Die Zutaten für ein hirnloses Trash-Vergnügen sind also eigentlich zur Genüge vorhanden: alberne, überdrehte Sexszenen, Nazi-Witze und blutige Kettensägenaction. Dass man Russ Meyers Filme nicht zu ernst nehmen darf, sollte sowieso klar sein.
Trotzdem übertreibt Meyer es deutlich mit seinen Übertreibungen. Kann man Anfang und Ende noch als
einigermaßen unterhaltsam ansehen, ist der komplette Mittelteil lediglich eine zusammenhangslose Tittenschau, die reichlich dilettantisch zusammengeschustert wirkt. Zudem hat Up! einen verdammt bitteren Beigeschmack, der durch die wiederholten Vergewaltigungsszenen entsteht, die teilweise extrem verharmlosend wirken, insbesondere die mit
lustiger Musik unterlegte Massenvergewaltigung Margos am Ende. Dass der örtliche Polizist irgendwann im Film bemerkt, dass so knapp bekleidete Frauen ja selbst schuld seien, wenn sie Vergewaltiger anzögen, setzt dem ganzen die Krone auf. Das waren Szenen, die zu einem Dialog mit meiner Freundin geführt haben, der sich auch prima zum Abschluss dieser Rezension eignet:
„Lebt Russ Meyer eigentlich noch?“
„Nein.“
„Gut so.“