Big Springs, eine kleine Stadt steht unter der Knute von drei Machtmenschen denen man besser nicht in die Quere kommt. Der Bruder von dem kleinen Vincent hatte das Pech, ein sehr schönes Stück Land zu besitzen. Ein Begünstigter der Drei hat sein Auge darauf geworfen. Kurzer Hand wird ihm ein Mord in die Schuhe geschoben, er wird für verrückt erklärt und samt Zwangsjacke vor seinem kleinen Bruder langsam erhängt. Diesen hätten sie besser gleich mithängen sollen, denn er sinnt auf Rache. Als er wieder in die Stadt kommt, ist er ein Meister mit dem Wurfmesser. Auch ein andere Mann bringt den Tod in die Stadt. Niemand weiß, woher er kommt. Er spricht, wie Vincent nie ein Wort. Während der junge Rächer sich an die drei Hauptverantwortlichen hält, killt der fremde Mann mit grausamer Präzision mehr oder weniger jeden der mit den Drei zu tun hat. In die Enge getrieben, wirbt der Letzte, ein reicher Bankbesitzer, den Berufskiller Sweetley an. Mit dem hat der Fremde noch eine Rechnung offen.
1969, in der Hochphase des Genres, bekamen auch Personen die Möglichkeiten einen Western zu drehen, die damit nur wenig am Hut hatten. Demofilo Fidani ist das Beispiel wie riskant diese Politik der Produzenten war. Ganz anders Claudio Gora. Der gefragte, talentierte Darsteller, schon seit Jahrzehnten im Filmgeschäft inszenierte einen Italowestern den es kein zweites Mal gab. Diese bizarre, unangenehm grausame Atmosphäre lies bis zur letzten Minute Raum für Spekulationen wie der Film nun zu Ende kommt. Passend dazu ist auch die Musik.
Sehr gute Leistungen der Darsteller, auch die Kamera von Franco Delli Colli der hier mit wilden Schwenkungen und Zooms arbeitet, alles das macht Il Nero zu etwas, was man einfach nicht erwartet wenn man nüchtern die Besetzungsliste oder das Cover begutachtet.
Unangenehm, grausam, einschüchternd sind hier die beiden Hauptprotagonisten, die wie bereits erwähnt kein einziges Wort sprechen. Tony Kendall schießt in den ersten Minuten Italowesternallrounder Luciano Rossi ein kreisrundes Loch in den Schädel weil dieser seinen Hund getreten hatte. Szenen wie diese wiederholen sich und signalisieren: Es wird abgerechnet und jeder Anlass ist willkommen. Später quält und tötet er den Hund selbst...
1987, dann als einer der letzten Italowestern die Indizierung.
Man kann sie nachvollziehen.
"Il Nero" (Originaltitel : "Haß ist mein Gott" ) ist ein untypischer, unwirscher, zynischer Italowestern. Eine Bereicherung für jeden Italowesternhardliner.