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Wenn man sich an einer Spukkomödie versucht, die dem Titel gemäß alles außer gewöhnlich sein will, kann das recht schnell aus dem Ruder laufen, zumal es sich bei den Regisseuren Mike Ahern und Enda Loughman um Regieneulinge handelt. Zwar stimmt das Timing nicht immer, doch der Sympathiefaktor ist enorm hoch.

Fahrlehrerin Rose (Maeve Higgins) kann mit Geistern kommunizieren, doch seit dem Tod ihres Vaters, ebenfalls Medium, hat sie Angst erneut zu versagen. Als Witwer Martin (Barry Ward), der vom hartnäckigen Geist seiner Frau belagert wird, sich an sie wendet, findet er seine Tochter im Schwebezustand vor. Denn der ehemalige Popstar Christian Winter (Will Forte) benötigt zum nahenden Blutmond eine Jungfrau für sein schwarzmagisches Ritual…

Typen mit Ecken und Kanten sind für ein Projekt dieser Art immer von Vorteil und obgleich nur wenige Figuren mitmischen, ziehen diese rasch die Sympathien auf sich. Rose ist alles andere als eine taugliche Fahrlehrerin, sie vermag mit Geistern jedoch pfleglich umzugehen. Martin gegenüber tritt sie ein ums andere Mal ins Fettnäpfchen und erste Pluspunkte sammelt das Geschehen, als beide völlig aneinander vorbei reden und darauf folgende Unsicherheiten schlicht charmant rüberkommen.

Der Antagonist, der mit dem unsäglichen One-Hit-Wonder „Cosmic Girl“ eingeführt wird, leidet indes unter seiner anstrengenden Frau, die selbst während der Ausführung eines entscheidenden Rituals banale Alltäglichkeiten in den Vordergrund rückt. Wirklich boshaft erscheint er folgerichtig nicht, einige Verhaltensweisen tendieren allerdings in Richtung Nervfaktor.

Leider ist es mit dem Spuk nicht weit her, was hinsichtlich gelungener Effekte schade ist.
Neben der schwebenden Jungfrau gibt es winkende Äste, grüßende Ampelmännchen, wedelnde Toaster und fliegende Pommes. Zwar werden gen Finale ein paar Effekte mehr bemüht und mit Asteroth kommt eine dämonische Erscheinung ins Spiel, doch etwaige Entwicklungen bleiben vergleichsweise harmlos, trotz kleiner Gewalteinlagen wie Kehlenschnitt.

Ahern und Loughman setzen stattdessen auf skurrile Begebenheiten und Situationskomik mit deutlichen Referenzen in Richtung „Ghostbusters“ und „Der Exorzist“. Letztgenannter wird spätestens dann deutlich anvisiert, als Rose mit einem Koffer auf nebelverhangener Straße vor dem Haus auftaucht. Nach eigenen Angaben hat sie den Exorzisten jedoch nie getroffen und Ghostbusters nicht gelesen.

Ein wenig Lokal-Kolorit in Form der ländlichen irischen Gegend und ein weitgehend zurückhaltender Score im Stil der Achtziger sind, neben den durchweg guten Darstellerleistungen auf der Habenseite zu verbuchen, gleiches gilt für die recht variable Kamera. Die Geschichte bleibt demgegenüber simpel gestrickt und offenbart keine nennenswerten Überraschungen, während sich spannende Einlagen in Grenzen halten.
Mal abgesehen von einer auffallend langsamen Verfolgungsjagd sind es die kleinen sympathischen Gags, die zu keiner Zeit unter die Gürtellinie gehen und das Geschehen insgesamt so charmant wie unterhaltsam gestalten: Harmlos, aber dennoch kurzweilig.
7 von 10

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