Wer den Vergleich mit der „Final Destination“ Reihe nicht scheut, muss sich auf ein recht hohes Niveau begeben, um in Sachen Nervenkitzel mitzuhalten, denn nicht umsonst zählt das Franchise zu den erfolgreichsten der letzten Jahre. Der Aufhänger ist sogar recht interessant, doch dann wird die Prämisse zugunsten üblicher Verlaufsmuster nahezu fallen gelassen.
Das Medikament A 9913 verspricht ein neuartiges Heilverfahren, insbesondere für Alzheimerpatienten. Um dies zu testen, finden sich einige Studenten um Anna in einem abgelegenen Forschungskomplex ein. Doch nach der Verabreichung plagen Anna Visionen, dass einige Probanten schon bald einen unnatürlichen Tod sterben werden und es folgen weitere Vorahnungen…
Drehen wir mal wieder ein wenig am Rad der Zeit und des Schicksals und versuchen dem zeitigen Dahinsiechen entgegenzuwirken, was im Fall der vorliegenden Geschichte nur bedingt funktioniert. Mit dem im tiefsten Wintertreiben befindlichen Zentrum wurde eine atmosphärisch taugliche Kulisse aufgetan, auch die Innenräume bieten genügend Raum für möglichst kreative Ableben, doch damit ist es leider nicht weit her, zumal es bis auf das Zuschnappen einer Bärenfalle rein gar nicht explizit zugeht und eine FSK16 beinahe zu hoch gegriffen erscheint.
Die Figuren erscheinen derweil wie Katalogobjekte ohne Tiefe, es gibt die üblichen Stereotypen und allenfalls ansatzweise Sympathieträger. Entsprechende Visionen erscheinen eher wie Inserts und sind jeweils nur kurz angerissen, wobei einige variable Abläufe ein wenig Verwirrung stiften und kurzfristig auf falsche Fährten locken, was durchaus positiv erscheint. Allerdings nehmen die Vorahnungen im Verlauf ab und weichen üblichen Mustern eines Slashers, einschließlich dummer Verhaltensweisen und unlogischer Sachverhalte.
Zwar wird ein passables Tempo geboten, doch Spannung kommt nur phasenweise auf und vor allem gestalten sich diverse Konfrontationen, sei es gegenüber einigen Fallen oder später dem Killer reichlich unmotiviert. Auch das Finale vermag nicht zu fesseln und erneut macht sich das mangelnde Gespür für dramatische Abläufe bemerkbar.
Damit kommt der Streifen allenfalls auf Mittelmaß, was hinsichtlich einiger guter Grundgedanken schade ist. Anstatt sich auf die Unsicherheit der Protagonisten infolge einiger Visionen zu verlassen, bemüht das ohnehin etwas verfahren wirkende Drehbuch einen Killer, dessen Motivation kaum nachvollziehbar erscheint. Insgesamt sehbar, doch er bleibt deutlich hinter den Möglichkeiten zurück.
5,5 von 10