Review

Agoraphobie ist einmal mehr Teil der Prämisse eines Thrillers, wie wir sie beispielsweise aus „Copykill“ mit Sigourney Weaver kennen. Platzangst, nicht zu verwechseln mit Klaustrophobie, führt dazu, die eigenen vier Wände nicht mehr verlassen zu können, was sich hier mit geisterhaften Treiben vermengt. Vorsichtig ausgedrückt: Huschende Schatten haben schon mal mehr erschreckt.

Faye (Cassie Scerbo) leidet unter Agoraphobie und zieht auf Anraten ihres Psychiaters (Tony Todd) in das Haus ihres verstorbenen Vaters, in dem sie mit ihrem Mann Tom wohnt. Doch bereits kurz nach der Ankunft mehren sich seltsame Vorkommnisse und es scheint, als wolle ein Geist auf ein düsteres Kapitel im Haus hindeuten…

Für Naturfreunde schier unvorstellbar, weite Plätze zu meiden und Tag ein, Tag aus nur im eigenen Haus zu verweilen. Warum das bei Faye so ist, wird leider nicht durchleuchtet. Wir lernen sie so kennen und erfahren, dass sie und Tom sich näher kamen, weil dieser regelmäßig als Bote erschien. Bereits die Annäherung an die breite Fensterfront bereitet ihr leichte Panikattacken, der Gang ins Freie scheint unmöglich.

Aus dieser Ausgangslage hätte man viel machen können, doch Autorin und Regisseurin Lou Simon hatte diesbezüglich kaum Einfälle, weshalb der Stoff über weite Teile unaufgeregt vor sich hin mäandert. Tatsächlich kommen die übersinnlichen Vorkommnisse nicht über verschwundene Gegenstände wie Badvorleger oder Sandalen hinaus, bis ein paar schattenhafte Gestalten im Hintergrund auftauchen, jedoch mit einem schwachen Timing ausgestattet sind und rein gar keine Gänsehaut bewirken.

Mal abgesehen vom kaum vorhandenen Krankheitsbild der Protagonistin fallen die Figurenzeichnungen recht dürftig aus und die Synchro sorgt an manchen Stellen für unfreiwillige Schmunzler. Kamera, Score und Ausstattung liegen im unauffälligen Mittelfeld, während darstellerisch keine Glanzleistung auszumachen ist. Tony Todd wirkt gelangweilt, Scerbo performt noch okay, der Rest liefert überwiegend unmotiviertes Minenspiel.

Was im Kontext der Handlung wenig wundert, denn bis auf den finalen Twist, welcher in ähnlicher Form schon dutzende Male vorzufinden war, will schlichtweg kaum Spannung aufkommen, - zu unspektakulär sind die Einsätze des Geistes und zu uninspiriert läuft hier eine Geschichte ab, der es an allen Ecken und Enden an Inspiration mangelt.

Folgerichtig ergibt sich ein Thriller von der Stange, der nicht unbedingt weh tut, jedoch bereits eine Stunde nach Sichtung vergessen sein dürfte. Für das sichtlich eingeschränkte Budget ergeben sich wenige handwerkliche Mängel, die sehr wenigen CGI sehen brauchbar aus, nur die Story vermag trotz finaler Wendung nicht sonderlich zu fesseln. Leidlich okay für Nebenher.
Knapp
4 von 10

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