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Möglicherweise gibt es so viele Filme über Gangs wie es Gangs gibt. Vertreter wie „American History X“ oder The Wanderers“ bieten unzählige Motive zum Mitfiebern, differenzierte Figurenzeichnungen und nicht zuletzt ein paar herausragende Darsteller.
Bei vorliegendem ist Aushängeschild Danny Trejo noch ein kleiner Lichtblick, der Rest verliert sich im Nichts.

Juan (Johnny Ortiz) wächst in einer rauen Gegend am Rande von L.A. auf und orientiert sich an seinem Vorbild Onkel Manny (Trejo), der nach seinem letzten Knastaufenthalt in Hollywood Fuß fassen konnte. Doch dann wird Juan von der Polizei verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, das Fluchtauto nach einem Raubüberfall gelenkt zu haben…

Das wiederkehrende Motiv der zahlreichen Graffitis im Osten von Los Angeles und die raue Erzählstimme von Manny im Off geben von Vornherein den Ton an. Kurz darauf wird Juan von den Cops gejagt und im Haus seiner Familie festgenommen. Erst danach erfährt man in zunächst kurzen, danach ausgiebigen Rückblenden, wie es zu dieser Situation kommen konnte.

Die Figurenkonstellation bleibt überschaubar, denn Dreh- und Angelpunkt ist Juans Familie, seine allein erziehende Mutter, seine Oma und eben Onkel Manny, der einst die Gang Muertos anführte. Dazwischen tummeln sich Gestalten wie dubiose Freunde oder Cop Veritas, der seinen Namen als Basketballtrainer nicht immer alle Ehre macht und später ein drogenabhängiger Anwalt.

Der Stoff versucht zu veranschaulichen, wie leicht junge Menschen in eine Gang geraten können, wobei kaum erörtert wird, dass es Alternativen gibt. Juan gerät eher zum Spielball, der so dargestellt wird, als hätte er grundlegend keine Wahl. So wird breit und lang über das Gesetz der Straße geschwafelt, gerne auch mal mit blumigen Metaphern, doch der positive Einfluss seiner weiblichen Familienmitglieder bleibt völlig außen vor.

Neben der leicht sprunghaften Erzählweise ist es der nahezu völlige Mangel an Action, der die Chose rasch erlahmen lässt. Bereits ab dem Mittelteil dreht sich die Geschichte im Kreis, es häufen sich redundante Szenen, ständig schweift man in einen Stripclub ab oder erörtert das Schicksal des Anwalts, um den es hier eigentlich gar nicht geht. Was ist das für ein Straßenfilm, in dem sich nicht ein einziges Mal geprügelt wird?

Folgerichtig herrscht gähnende Langeweile vor, es ist nahezu unmöglich, für eine der männlichen Figuren Empathie zu entwickeln, während die weiblichen scheinbar keinen Einfluss ausüben. Null Action, wenig Spannung und bis auf Trejo und James Russo in einer Minirolle durchweg schwache Mimen. Wäre mit Strike One die gleichnamige Waffe gemeint, würde der Schuss sprichwörtlich nach hinten losgehen.
3 von 10

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