Um noch einen Film zum bevorstehenden Weltuntergang fertig zu stellen, sollten sich entsprechende Teams ein wenig sputen, denn dieser steht laut Maya Kalender am 21.12.2012 an. Da diesen Berechnungen jedoch die Schaltjahre fehlen, dürften wir wohl Weihnachten noch erleben und der eine oder andere Amateurfilmer könnte gegebenenfalls noch seinen filmischen Senf in die Filmlandschaft streichen, - dann hoffentlich nicht so beleidigend dilettantisch wie das vorliegende Werk.
Nach einem kurzen Intro im Oktober 2012 springen wir in das Jahr 2209: Das Universum ist zerstört und einige Plünderer suchen auf entfernten Planeten brauchbares Material. Auch Kaynin sucht auf dem, was noch von der Erde übrig ist, bis er auf das Geheimnis der „Zwölf Majestätischen“ stößt…
Der jüngste Tag wird hier leider in jeder Hinsicht wörtlich genommen, denn das komplette Werk entpuppt sich als Supergau für alle Filmliebhaber.
Wahrscheinlich fanden die Macher ein abbruchreifes Gebäude und beschlossen hier zu drehen, - egal was und genau danach sieht es auch aus.
Erstmal wird man minutenlang von den Monologen des Galaxie-Piraten in den Halbschlaf versetzt, bis er und seine zwei Kumpel durch karge Kulissen latschen, was sich über die volle Laufzeit kaum ändert.
Dabei wirkt die Bildschärfe wie die Kopie der Kopie einer Videokassette, hinzu kommen unsägliche Farbfilter und wahllos eingesetzte Space-Inserts von irgendwelchen Sternen, Straßen oder Oberflächen.
Eine Story existiert im Prinzip nicht, denn man erkundet, trifft auf zwei Menschen, welche sprechen ohne ihre Lippen zu bewegen und eine Kriegerin im Gothic-Outfit, die etwas von der Stadt der Zuflucht, einem Artefakt in Form einer Armbanduhr und der primären Bedrohung des, nun ja, es klingt wie „Wollknäuel“ spricht, was wohl der Name eines Aliens sein soll.
Einzig der Score, bestehend aus vielen Tracks der Bereiche Techno, Dark Wave und Elektro sind gut gewählt, doch die Masse der angespielten Songs gleicht am Ende eher Musikhören im Schnelldurchlauf, als eine spezifisch den Szenen zugeordnete Musik.
Das wiederum ist bezeichnend für die komplett spannungsfreie Erzählung, denn hier passt einfach nichts zusammen. Eine Handlung ist fast nicht auszumachen, Spezialeffekte beschränken sich auf die erwähnten Inserts, von Aliens und anderen Gefahren fehlt jede Spur und am Ende muss sogar der Off-Kommentar preisgeben, was aufgrund mangelnden Budgets oder sonstigen Defiziten noch nicht einmal in Bild und Ton verpackt werden konnte, - was man nicht drehen kann, muss halt der Erzähler zusammenfassen.
Cineastischer Unrat und inszenatorische Stümperei ist Vielsehern natürlich bekannt, doch ein so geballtes Unvermögen in 91 Minuten Laufzeit gepackt, findet man eher selten vor.
Da muss man erst gar nicht fehlende Figurenzeichnungen und nicht vorhandene Action kritisieren, wenn der Rest eine einzige Katastrophe ohne erkennbaren Sinn darstellt.
Das Ende der Welt und die mögliche Zeit danach, - wenn es so ausfällt, möge es doch bitte uns allen erspart bleiben…
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