Eigentlich mehr durch die Musik aufmerksam geworden, wagte ich mich an "About a Boy", eine Sorte von Film, die es zwar zuhauf gibt, aber mich einfach nicht interessiert. Dennoch ging ich in die Videothek und lieh ihn aus. Und die Geschichte von einem alleinstehenden, nichts machenden, aber dennoch reichen Mann von ca. 30 Jahren und einem Schüler, der zumeist als Außenseiter fungieren muss, kann sich durchaus sehen lassen. Die Rede ist von Will (Hugh Grant) und Marcus. Ersterer hat das ganze Geld von seinem Vater, der einmal ein One-Hit-Wonder geschrieben hat und daher sehr viel Kohle hätte, würde er noch leben. So bekommt eben Will das Geld. Aber außer dem hat er nichts. Keine Freunde, keine Beschäftigung, keine Arbeit und vor allem keine Beziehung. Die möchte er eigentlich auch gar nicht, aber für eine Nummer zwischendurch ist er immer zu haben. Also erfindet er einfach, dass er ein Kind hat und macht sich an alleinerziehende Mütter ran. Durch Zufall lernt er dann auch Marcus kennen, der Sohn einer alleinerziehenden Mutter. Zu Beginn können sich die beiden überhaupt nicht ausstehen, aber das soll sich später noch gewaltig ändern.
Der Verlauf des Films müsste normalerweise jedem bekannt sein, selbst die, die "About a Boy" noch nicht gesehen haben. Es geht auch gar nicht darum, ob der Film gut oder schlecht ausgeht, das steht ja von vornherein fest. Die Frage ist nur, wie gut er ausgeht und auf welche Weise. Natürlich kommt der Konsument nicht drum herum, mit dem Film das Wort "Kommerz" in Verbindung zu bringen, aber in Sachen Mainstream hat es wirklich schon Schlimmeres gegeben. Und ich muss sagen, selten hat mich ein Ende eines teilweise schon kommerziellen Filmes so erfreut und gut gelaunt. Hier etwas zu verraten wäre natürlich nicht im Sinne des Erfinders, daher seht selbst.
Das Manko von "About a Boy", das wiederum gar kein richtiges darstellt, ist der kleine Junge, der wirklich zum reinschlagen aussieht und ab und zu eine Mimik hat, dass die vollen Aggressionen hochkommen. Aber so sollte er ja auch aussehen, von seinen Mitschülern wird er ja deswegen auch gehänselt. Die Musik passt perfekt zum Film, Badly Drawn Boy hat die Lieder ja auch extra für "About a Boy" geschrieben und sein Album auch danach benannt. In fröhlichen Szenen wird der Film mit etwas fröhlicher Stimmung, bei eher enttäuschen Situationen mit melancholischer, eher depressiver ausgestattet. So werden die Gefühle, die den Film über entstehen, noch ein wenig intensiviert. Und das Musik in "About a Boy" eine große Rolle spielt, sieht man ja wieder am genialen Ende.
Der Rest ist solide, seien es Schauspieler, Schnitt, Kameraführung, etc. Nichts, was noch extra erwähnenswert wäre. Der Star des Films ist irgendwie die Handlung, auch wenn die schon sehr abgedroschen klingt.
Es macht verdammt Spaß, sich das Ganze anzusehen, die 97 Minuten sind wie im Flug vergangen. Dass nicht alles immer fröhlich ist, liegt auf der Hand, aber die beiden Protagonisten ergänzen sich ja mit zunehmender Filmdauer immer besser. Ein perfekter Familienfilm und bis auf eine Szene (die Mutter von Marcus liegt bewusstlos auf dem Sofa) kindgerecht. Kurzweilige Unterhaltung mit hoher Qualität. Sollte man schon gesehen haben. 8/10 Punkte