Review

(Film zur Bearbeitung geöffnet, im Anschluß wird der Hinweis entfernt.)

Seit den 60ern bis heute dreht Jess Franco mal mehr Mal weniger schlechte Filme. Ums mal kurz auf den Punkt zu bringen: Der Großteil seiner Filme ist totaler Mist. Langweilig, dumm, billigst runtergekurbelt, das macht einen echten Jess Franco aus. Wie man sieht konnte ich mit seinen Filmen nicht sonderlich viel anfangen. So kam es auch, dass ich mir Lust for Frankenstein primär wegen Michelle Bauer, die in den 80er und 90er Jahren ein paar ganze nette Filme gedreht hat, angeschaut habe.


Frankenstein meets Sex Drugs & Rock’n Roll. Ungefähr so darf man sich Franco’s Interpretation der Frankensteingeschichte vorstellen. Maria (Lina Romay), die Tochter von Doktor Frankenstein trennt sich von ihrem Freund und zieht in die Villa ihres Vaters. Dort hat sie Visionen von ihrem Vater, der sie bittet seine Arbeit fortzusetzen. Im Haus stößt sie dann auch das Monster (Michelle Bauer), ein Zwitterwesen, das nach Blut dürstet und ein sehr starkes sexuelles Verlangen hat.


Genau genommen ist die Story wieder mal total für den Arsch. Mit der Frankenstein Thematik hat der Film nicht viel am Hut. Dafür wurden ein paar Sachen eingebaut, die ich mehr als suspekt finde: So wird Maria von ihrem Vater vergewaltigt, soll aber trotzdem seine Arbeit fortsetzen. Huh? Marias Mutter ist eine Schlampe, die sich von ihren Angestellten durchorgeln lässt. Aha? Absolutes Highlight: Frankensteins Monster treibt es mit einem Baum, dann kommt Maria hinzu und es entwickelt seine flotter Dreier. Alles klar?
Michelle Bauer ist die ganze Zeit nackt, Lina Romay hüpft durch die Betten und es scheint als hätte Franco beim Dreh ein paar Pillen eingeschmissen. Dennoch ist der Film überraschenderweise gar nicht mal so schlecht.
Franco arbeitet viel mit Farbfiltern, Bildverzerrungen und ähnlichen Spielereien, die dem Film eine ganz eigene Atomsphäre verliehen. Teilweise durchaus psychodelic, teilweise etwas befremdlich, aber immer faszinierend. Der ganz Große Pluspunkt des Films.

Die Musik ist übrigens auch ziemlich gut. Franco selbst hat da anscheinend auch ein bisschen mitgeklimmpert. Egal, hauptsächlich dröhnt span. Metalmucke aus den Boxen.

Das Problem an den Sexszenen im Allgemeinen ist, dass Lina Romay und Michelle Bauer nun mal keine 20 mehr sind. Vor allem bei Lina haben sich einige Speckröllchen angesammelt. Das geht ja nun mal gar nicht. Man kommt sich durchaus vor wie bei MILF Seeker oder dergleichen vor. Es gibt ja durchaus Leute die darauf stehen, aber in den 70er und 80er Jahren sahen die beiden nun einmal deutlich geiler aus, was von Zeitzeugen überliefert und auch wissenschaftlich erwiesen ist. Am bizarrsten ist da schon die Lesbenszene zwischen Lina und Michelle. (Ob man bei einem Zwitterwesen noch von Lesbenszene sprechen kann sein mal dahingestellt bzw. ist diese ganze Zwitterthematik sowieso komplett für die Katz) Erregend und abstoßend zugleich. Sehr seltsame Situation. Ab und an huscht zwar ein Penis durchs Bild, Hardcore gibt’s aber keinen. Zum Glück, denn seit Lulu’s talking Ass hab ich gehörig die Schnauze voll von Franco Pornos. In dem sah Lina Romay übrigens auch ziemlich bescheiden aus. Egal. Halten wir fest: Es gibt wenig Handlung und viel Gebumse mit in die Jahre gekommenen Frauen. Nicht wirklich toll, aber immer noch besser als lesbische Vampire.

Ich habe den Film auf Englisch geguckt. Gedreht wurde er auf Spanisch, wobei für die engl. Synchronisation sich die span. Darsteller selbst gedubbt haben d.h. Lina Romay nuschelt die ganze Zeit gebrochenes Englisch vor sich her.

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Francos Filme finde ich der Regel langweilig, aber Lust for Frankenstein doch relativ gut. Woran lags? Durch technische Spielereien hat der Film einen ganz eigenen Look, Michelle Bauer spielt mit und es wird viel Gebumst. Die Story kann man sich mal wieder schenken.

6/10

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