Nach dem flachen und sich erstmals als makabre, comichafte Komödie präsentierenden dritten Teil der ursprünglich so originellen Horrorreihe um Jugendliche, die aufgrund der Vision eines Einzelnen den Ablaufplan des unsichtbaren Todes durcheinanderbringen und anschließend unerbittlich von ihm gejagt werden, wurde in Teil 4 prinzipiell exakt der Stil des Vorgängers beibehalten, der sich aber erstmals in Dreidimensionalität präsentiert. Die Regie wurde im Jahre 2009 erneut dem US-Amerikaner David R. Ellis zuteil, der bereits die erste, überaus gelungene Fortsetzung inszenierte.
Neben der 3-D-Technik ist diesmal neu, dass Nick (Bobby Campo, „Natürlich blond 3“), der in diesem Teil während eines Autorennens die Vision der anschließenden tödlichen Massenkarambolage inkl. zahlreicher Explosionen hatte, fortan in Déjà-vus verklausuliert voraussieht, welche Gegenstände und Elemente in den nächsten Todesfall der zunächst dem Tod von der Schippe Gesprungenen verwickelt sein werden. Diese Gruppe wird arg schablonenhaft unterteilt in Sympathieträger und Unsympathen, unter denen sich diesmal sogar ein Rassist befindet, der gerne Metal hört und Bier trinkt – Klischee olé! Charismatische, erinnerungswürdige Schauspieler muss man mit der Lupe suchen. Die Handlung wird extrem straff gehalten und hat lediglich alibihafte Brückenfunktion zwischen den mal tödlichen, mal glücklich ausgehenden gefährlichen Kettenreaktionen, die einmal mehr auf sehr kreative Weise zeigen, in welchen Gefahren man eigentlich permanent schwebt und manch alltäglicher Situation etwas Lebensbedrohliches verleiht. Mit einem 3-D-Film-im-Film, der für die Besucher eines Kinos etwas zu realistisch wird, nimmt sich „Final Destination 4“ selbstironisch auf die Schippe.
Gehen diese Szenen tödlich aus, wird deftig gesplattert, was das Zeug hält; herrlich geschmackloser schwarzer Humor, wie ihn das Popcorn-Publikum mag. Emotional berühren werden diese Momente eher nicht, da es „Final Destination 4“ aufgrund oben beschriebener Charakterzeichnung kaum erlaubt, Empathie aufzubauen. Leider setzt man relativ stark – gerade auch in Actionszenen – auf CGI-Effekte, die so eindeutig als solche zu erkennen sind, dass sie den Film zusätzlich jeglichen Realismus rauben. So unrealistisch wie nie zuvor erscheint dann auch die eine oder andere Todesart, man denke nur an das Schwimmbad... Die Busszene aus Teil 1, die dort überraschte und entsetzte, wurde 1:1 kopiert, erzielt die gewünschte Wirkung aber nicht. Hommage oder Plagiat? Ich weiß es nicht. Eine recht explizite Sleaze-Szene hingegen blieb angenehm naturbelassen, wirkt aber aufgrund der allgemeinen Angezogenheit des Films ebenfalls wie ein Fremdkörper.
Nach gerade einmal 73 Minuten Nettospielzeit ist dann auch schon Schluss und zumindest mich hat das Gefühl beschlichen, einem etwas lieb- und seelenlosen Cash-In beigewohnt zu haben. Im Nachhinein betrachtet war „Final Destination 4“ sicherlich eine Art Probelauf für Teil 5, wo nahezu alles richtig gemacht und die Schwächen dieses Teils ausgemerzt wurden.