Soldaten, Mutanten, Krieg, Thomas Jane, Splatter, Spio-JK-Freigabe, Ron Perlman, Benno Führmann, John Malkovich und die scharfe Asia-Killerbraut aus "Sin City" (Devon Aoki). Sauber, das wandert doch gern in den Player!
"Vertraut den Chroniken, Brüder, sie werden uns leiten!"
Böse Maschiene macht Menschen zu Aggro-Mutanten mit Killersensenarm, Bruderschaft vergräbt das Teil, pappt Siegel drauf, mopst irgend ein Stück, ein paar tausend Jahre später ist die Menschheit im Krieg und wumms, geht das Siegel auf und ne letzte Selbstmordmission soll das damals gemoppste Stück ("Hoffentlich ists ne Bombe!") wieder zurückbringen, da die Erde sonst total im Arsch ist. Soviel zur Story.
Anscheinend ist "Mutant Chronicles" die Verfilmung eines Rollen/Brett/Wasauchimmer-Spiels und so machen sich dann auch verschiedene Kämpferklassen auf in die Actionmission. Harter Marine (Jane), Mönch (Perlman), General (Führmann mit coolen Equilibrium-Ballersequenzen) oder Ättentäterin. Nach einer eigentlich viel zu langen Einführungen geht die Story dann auch erst nach knapp einer Hälfte richtig los, vorher gibts Krieg, Krawall und viiiiel stilisierte Optik. Regisseur Simon Hunter schafft aber leider selten einen fließenden Übergang von einer Szene zur Anderen. Trotz eigentlich unbegrenzter CG-Möglichkeiten wirkt hier Setpiece an Setpiece geklatscht und oftmals wirkt das Ganze auch stark sprunghaft. Die düstere Optik wird dann nur noch vom noch düsteren, restlichen Unterton übertroffen, der leider bis auf ein paar Anflüge von schwarzen Humor, komplett sämtlicher Komik entbehrt.
Wenn mutierte Freaks angreifen und eine verdammt retro-aussehende Zukunftsstadt samt Militär platt machen und Plot-Holes sich an Plot-Holes reihen (Warum zum Teufel hat man eigentlich als man die Maschiene zum ersten Mal besiegt hat, nicht auch das verdammte Ding zerstört?) wünsche ich mir auch ein etwas größeres Augenzwinkern dabei. Gerade die doch oftmals sehr unterschiedlichen Personen in der Einheit hätten guten Stoff für einige unterhaltsame Diskussionen geboten, aber nein, lieber wird von Glaube und Vorhersehung gefaselt. Diese Teile sind dann auch das Störendste am gesamten Film, denn so schon zigfach in anderen Werken vorgekommen, nur dort oftmals wesentlich motivierter und besser.
Sind aber unsere Charaktere erstmal im Untergrund und kämpfen sich ihren Weg durch dutzende Mutanten frei, dann macht das Geschehen Laune und auch wenn ganze Szenen aus "Doom 3" inspiriert wirken (Menschen zu Mutanten-Umwandel-Fließband), so kommt schon gutes SciFi-Actionfeeling auf. Das die Schlusspointe dann aber so lasch ist und das gesamte Finale eigentlich über die gesamte Laufzeit hin klar war, nimmt dem Ganzen dann wieder etwas den Wind aus den Segeln. Eine insgesamt gerafftere, straffere Schnittfassung wäre hier vielleicht noch wünschenswert.
Ansonsten dürfte der Film wohl denjenigen gefallen, die auch "Equilibrium", den Look von "300" und Retro-Dampfmaschienen-SciFi mit Mutanten im Allgemeinen mögen. Als Blindkauf würd ich "Mutant Chronicles" nicht ganz empfehlen, je nach persönlicher Geschmacksrichtung kann man da etwas auf dem Arsch landen.