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von PierrotLeFou

Vor 25 Jahren: Tarantino schrieb, Scott inszeniert

Stichwörter: 1990er Arquette Hopper Jackson Jubiläum Kilmer Klassiker Kriminalfilm Liebesfilm Oldman Penn Pitt Roadmovie Scott Sizemore Slater Spielfilm Tarantino Thriller USA Walken

True Romance (1993)

Der am 8. September 1993 uraufgeführte "True Romance" ist der erste jener Filme, die auf einem Tarantino-Drehbuch basieren, jedoch nicht von Tarantino in Szene gesetzt worden sind. In diesem Fall nahm Tony Scott auf dem Regiestuhl Platz, der hiermit vielleicht seinen Karrierehöhepunkt erreichte. Die tarantinosche Love-&-Crime-Geschichte enthält bereits wesentliche Züge dessen, was einem wenig später in "Pulp Fiction" (1994) und insbesondere in "Natural Born Killers" (1994) wiederbegegnen sollte: Das kriminelle Pärchen, das in den Inszenierungen von Scott und Stone zu Road-Movie-Protagonisten gerät und sich durch ironische Genreversatzstücke wühlt, wobei es zu einprägsamen Gewaltakten und episodenhaften Highlights, darunter die kultige Begegnung zwischen Dennis Hopper und Christopher Walken, kommt. (Weitere namhafte Stars wie Christian Slater, Patricia Arquette, Val Kilmer, Gary Oldman, Bard Pitt, Samuel L. Jackson, Chris Penn und Tom Sizemore sorgen für eine Fülle memorabler Szenen.) Tarantinos eigene Regiearbeit "Pulp Fiction" zeigte sich zu dieser Zeit bereits mehr an einer Zersplitterung der Handlung in sich durchkreuzende, hin und her springende Episoden interessiert: die Geradlinigkeit seiner früheren Drehbücher schien ihm zu dieser Zeit weniger spannend zu sein. Vielleicht auch deshalb, weil inzwischen mit David Lynchs "Wild at Heart" (1990) und Ridley Scotts "Thelma and Louise" (1991) postmodernistische Verarbeitungen des Bonnie-&-Clyde-Mythos existierten. Dabei war "True Romance" dem ursprünglichen Drehbuch nach noch etwas achronologisch angelegt - Scotts Endprodukt fiel dann konventioneller aus und verzichtete auch auf Tarantinos Zitierwut, setzt aber dafür auf einen sonderbaren Humor, der dem Streifen Züge einer Farce verpasst – und nebenbei die kitschigen Männerfantasien entlarvt, denen Tarantino hier und anderswo nachhängt.
Mehr? Review von McClane


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