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von PierrotLeFou

Vor 25 Jahren: Blockbuster als Durchbruch für Burton und Batman

Stichwörter: 1980er Batman Blockbuster Burton Comicverfilmung Jubiläum Klassiker Nicholson Spielfilm Superhelden USA

Batman (1989)

Bevor sich Comicverfilmungen über Superhelden - zu denen Batman von Teilen des Fandoms allerdings nicht gezählt wird - seit Singers "X-Men" (2000), Raimis "Spider-Man" (2002), Lees umstrittenem "Hulk" (2003) oder Nolans "Batman Begins" (2005) zum erfolgreichen Subgenre-Dauerbrenner entwickelten, waren ambitionierte und professionell gestaltete Superheldenstreifen vergleichsweise selten. Nach dem großen Erfolg der ersten zwei Superman-Filme Richard Donners und Richard Lesters und dem - seinerseits durch den Star Wars-Erfolg beeinflussten - von Dino de Laurentis produzierten und mit Queen-Musik versehenen "Flash Gordon" (1980), wurden die Pläne eines neuen Batman-Spielfilms immer konsequenter verfolgt, ehe nach einem knappen Jahrzehnt der kommenden und gehenden Mitwirkenden der nach "Beetlejuice" (1988) als Regisseur in Frage kommende Tim Burton mit "Batman" einen sensationellen Kassen- & Publikumserfolg vorlegte und den Flattermann auf der großen Leinwand en vogue werden ließ.

Weit entfernt der nur als campy zu bezeichnenden, dem Zeitgeist folgenden Batman-Film- & Serienerfolge der 60er Jahre orientierte sich Burtons Film verstärkt am düsteren Ton der jüngeren Batman-Comics, die sich längst als Graphic Novel vom Vorurteil der Unernsthaftigkeit zu befreien versucht hatten, und griff daher auf bedeutsame Vorbilder - die teilweise schon im Medium des Comics ihren Einfluss hinterlassen hatten - vom deutschen Expressionismus über den film noir bis hin zu Hitchcock zurück. Zusammen mit der um Tiefgang bemühten story über einander ähnelnde, füreinander verantwortliche und zugleich einander konsequent bekämpfende Außenseiterfiguren entstand ein ein ganz neuartiger und - trotz ironischer Referenzen und Gags an der Oberfläche - ernsthafterer Film-Batman, der von Burton im sequel dank weit größerer Freiheiten infolge des enormen Erfolgs inhaltlich wie inszenatorisch noch verfeinert und perfektioniert werden konnte. Mit Michael Gough konnte Burton ein zweites Mal seit "Vincent" (1980) seiner Vorliebe für aus der Mode gekommene Horrorstars fröhnen, die Aufmerksamkeit von Publikum und Kritik galt aber freilich in erster Linie Jack Nicholson, der wie vor ihm Cesar Romero und wie nach ihm Heath Ledger der Figur des Jokers seinen Stempel aufdrückte.
Review von Black_Revy


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