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Dolph Lundgren unter der Regie von Flachzange Danny “Ich nehme Actionszenen aus anderen Filmen von Nu Image und benutze dann noch normales aber unpassendes Stock-Footage von Haien“ Lerner. Da durfte man im Vorfeld schon mehr als skeptisch sein. Wer nicht weiß wer Danny Lerner ist, hat auch nicht viel verpasst. Er ist unter anderem verantwortlich für den Flickenteppich „Traitors Heart“ mit Bryan Genesse und den ganzen Hai-Schmonz von „Shark Zone“ bis zum bisher letzten Rohrkrepierer „Sharks In Venice“. Zwischenzeitlich hat er immerhin mal ein solides Werk mit „Target Of Oppurtunity“ abgeliefert (den ich auch hier in der OFDB besprochen habe) und genau dieser Film kommt seinen neusten Streich recht nahe. Aber wäre Danny Lerner nicht Mitbegründer von Nu Image, würde er sicherlich nicht mehr hinter der Kamera als Regisseur arbeiten dürfen.

So liefert der gerne gesehene Dolph Lundgren unter der untalentierten Fuchtel auch ein schwächeres, aber einigermaßen unterhaltsames Werk ab. Immerhin ist „Direct Contact“ besser als „Diamond Dogs“. Aber wenn man Lundgrens eigene Regiearbeiten anschaut, fragt man sicht warum man ihn nicht immer hinter die Kamera lässt. Wie auch immer. Hier ist er jedenfalls der Ex-Soldat Mike Riggins, der im Ostblockgefängnis wegen Waffenhandels sitzt. In der Außenwelt hat er einige Schulden bei der Unterwelt, so dass ihm ein ruhiger Gefängnisaufenthalt nicht bevorsteht. Da kommt ihm ein Inoffizieller Auftrag des Agenten Clive Connely (Michael Paré seit einiger Zeit mal wieder für Nu Image Unterwegs) sehr entgegen. Er soll eine Entführte Frau finden und aus den Klauen der Kidnapper befreien. Aber wir B-Movie Glotzer wissen natürlich das der Auftrag nicht das ist, was er zu sein scheint…

Die Story ist tatsächlich so einfach, wie Überraschungs- und Logikfrei(überall tauchen die Gegner aus dem Nichts auf, lokale Nachrichten in Englisch etc.). Das ist mir aber bei so einem Film lieber als diese verquasten Seagal Streifen, mit ihren wirren Verwicklungen. Schnell ist der Plot klar und Lundgren darf auf sich alleine gestellt, gegen Horden von Gegnern antreten. Diese Action ist manchmal sehr gut, teilweise solide und leider häufig einfallslos und schwach gefilmt. Punktet der Film bei seinen Prügeleien (unser Dolph haut und tritt hier ziemlich oft zu), als auch bei den vielen blutigen und manchmal in Zeitlupe eingefangenen Ballereien(dabei wird wenig Rücksicht auf Unschuldige genommen), versagt „Direct Contact“ fast auf ganzer Linie bei den Autoverfolgungsjagden. Und gerade von diesen bekommt gar eine ganze Handvoll serviert. Sind die vor Ort gedrehten Carsequenzen (wie oft können Autos eigentlich durch Stühle und Tische heizen?) schon etwas schludrig eingefangen und zusammengesetzt wurden, wird leider wie erwartet auch noch Stock-Footage aus anderen Filmen mit zu gemischt(Nicht nur bei den Autoszenen: Unter anderen bekommt man hier Szenen aus „Never Say Die“, Out For A Kill“ oder „Special Forces“ geboten). Leider sind diese teilweise recht deutlich zuerkennen(andere Kleidung, eine Person statt zwei im Auto). So was verhagelt mir immer reichlich das Vergnügen. Wer also viele B-Movies guckt, wird einige Explosionen und Szenen wieder erkennen. Auch wenn es sich in Grenzen hält. Immerhin ist der Actionanteil sehr hoch, so dass das eigene Material den größeren Teil ausmacht. Dabei geht es knackig und blutig zur Sache. So wirklich Laune macht der Streifen nur wegen Lundgren, der seine Rolle ohne große Anstrengung cool runterspielt und charismatisch, sowie Fit genug ist (nur Rennen sollte er nicht, das sieht verdammt komisch aus), so einen Actionfilm zu tragen(im Gegensatz zu Steven Seagal).

Doch wie gesagt ist die Action leider nicht gleich bleibend gut. Wie bei „Target Of Oppurtunity“ zeigt Danny Lerner das er gar kein richtiges Gespür für Action hat und wenn es einige schöne Zeitlupenmomente gibt, es aber dann in der nächsten Szene wieder alles holprig und statisch wirkt, ärgere ich mich, weil einfach mehr drin wäre. Da schien auch Mark Roper (“Human Timebomb“, „Warhead“) als First Assistant und Second Unit Director nicht mehr viel Einfluss gehabt zu haben. Trotz allem rettet die Hohe Anzahl der Actionelemente den Film meist über die Runden.

Abseits davon ist es eine typische Nu Image Produktion, die auch vor ein paar Jahren nicht anders ausgesehen hätte. Den Ostblocklook kennt man zur genüge und auch Kameramann Ross Clarkson („The Mechanik“) kann diesmal nicht viel herausholen. Zu selten blitzt mal eine wirklich gute Kamerafahrt durch und so verkauft sich der sympathische Mann weit unter Wert. Dafür liefert Stephen Edwards wieder ein soliden Score und die Darsteller neben Lundgren, wie sexy Gina May oder Lundgren Kumpel James Chalke (in allen Lundgren Vehikeln seit „Retrograde“) gehen in Ordnung. Michael Paré Fans dürfen sich darauf freuen Paré mal wieder in etwas Action zu sehen. Neben einer kleinen Schlägerei mit unseren Helden, ist er auch für den besten Abgang zuständig.

Fazit:

Scheinbar muss Dolph Lundgren zwischendurch immer solche Filme machen um dann unter eigener Regie arbeiten zu können. Das kann sicherlich ok sein, aber unter Danny Lerner kommt leider nur ein solides Filmchen bei raus. Die hohe Anzahl der Actionszenen ist erfreulich, aber man muss sich auf einige Qualitätsschwankungen gefasst machen. Vor allem bei den Autojagden (diese Rückprojektionen…oh man) und dem Stock-Footage Einsatz aus anderen Filmen, sammelt „Direct Contact“ leider Minuspunkte. Ich kann mir aber gut vorstellen dass viele diese Sachen gar nicht so Negativ sehen. Trotz allem sind mir Lundgrens eigene Regiearbeiten wesentlich lieber (hoffentlich bleibt es auch bei seinem momentanen Projekt „Icarus“ unter Cinetel so) und so wartet man geduldig auf „Command Performance“.

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